London, Satire, Spaß
No Comments London: Must do
Einen ganzen Monat hat es gedauert bis ich (wieder in der Heimat angekommen) endlich wieder die Zeit finde, ein paar Zeilen über meine Zeit in London zu schreiben. Jetzt kommt sie jedoch endlich. Die ultimative, galaktische, atemberaubend lustige Hitlist meiner „Must Do’s“ in der britischen Hauptstadt.
1. Im Covent Garden Market aussteigen und nicht, wie der (vernünftige) Rest der Welt den Fahrstuhl benutzen, sondern die Treppe. Die Treppe. Dieses Urgestein aus längst vergangenen Zeiten der menschlichen Entwicklungsgeschichten, dass man in London nur noch in äußerst seltenen Fällen antrifft und wenn, dann meist flankiert von den elektronischen Brüdern und Schwestern der Neuzeit, die das fettgewordenen Raubtier Mensch, in stetiger Fahrt gen Himmel befördern. Eine ganz besonderes Exemplar befindet sich an der Covent Garden Station. Die Königin des sportlichen Aufstiegs verfügt über gefühlt 3,58 Millionen Stufen (mindestens), die die Treppe in ihrer Grundzügen ausmachen und dem müde gewordenen König der Evolution alles abverlange. Wenn man immer schon mal wissen wollte, wie unsportlich man ist – diese Treppe wird es einem zeigen.
2. Versuchen mitten in der Nacht mit dem (richtigen) Nachtbus von der BUS-Haltestelle Nine Elms, Cringle Street zur Haltestelle Tooting Broadway zu gelangen. Gleich vornweg: Es ist mir nicht gelungen. Wie dem auch sei, es beginnt mit einem circa 30-minütigen Aufenthalt an der kalten, dunklen und (in meinem Fall) nassen Haltestelle. Es gibt nur eine Linie, die einen zielsicher ins Irgendwo des Nirgendwo von Sonstwo bringt. In unserem Fall nach: Clapham Junction. Danach beginnt die glorreiche Suche nach dem „richtigen“ NACHT-Bus in „Richtung“ Tooting. Dieser ist dort nebenbei bemerkt nicht zu finden, was euch jedoch nicht bekannt sein darf, wenn ihr dort 1.30 Uhr aufschlagt. Glücklicherweise gibt es 50 Bushaltestellen, die ihr absuchen könnt, bevor ihr euch für einen Bus entscheidet. Meine Optionen: Ein Bus nach Wimbledon (Grobe Nähe Tooting) oder warten bis die erste Tageslinie fährt (Zeit: 3 Stunden!). Kurz noch mit einer vollkommen betrunkenen Australierin an der Haltstelle quatschen und schon geht es ab. Dann noch die Straße im Auge behalten und am Ende findet ihr glücklicherweise eine Haltestelle, die man vom täglichen Arbeitsweg kennt. Geschafft! Naja fast. Jetzt noch 25 Minuten nach Hause laufen und schon liegt ihr im wohligen Bett. Das Ganze dauert auch nur 2,5 Stunden für eine Strecke, die mit der U-Bahn 20 Minuten dauert. Herrlich.
3. Besuche den Stadtrundgang The Ghosts by Gaslight Walk der Big Bus Tours. In meinem Fall (ebenfalls): Kalt, dunkel und nass. Dafür erzählt euch ein älterer Engländer allerlei an den Haaren herbeigezogene Geschichten über angebliche Geister, von denen es keine Spur gibt. Die sich seit eine halben Jahrhundert eingeschlichene Routine des Mannes machen die Geschichten nicht unbedingt besser. Dafür werden die geneigten Besucher an drei schönen Pubs der Londoner City vorbei geführt und eingeladen sich ein Glässchen zu genehmigen. Das eigentlich Besondere der 2-stündigen Tour ist auch der Schlusspunkt der Aktion, denn das Ende markiert der (laut Guide) älteste Pub in der gesamten Stadt: Ye Olde Cheshire Cheese (1666). Es ist einfach ein uriger Laden, mit altem schwarz bemalten Holz und traditionellen englischen Biersorten. Angeblich soll sogar Charles Dickens, seines Zeichens Schriftsteller (Werke u.a.: Oliver Twist, Eine Geschichte aus zwei Städten und David Copperfield [‚Ich dachte immer der wäre aus unserer Zeit‘]), in diesem Pub ein und aus gegangen sein. Ist das was!







